Am 3. Juni zeigte eine im Journal of the American Heart Association „Stroke“ veröffentlichte Studie, dass eine frühe Menopause zu einem Verschluss der Blutgefäße führen oder das Schlaganfallrisiko erhöhen kann. Die endgültigen Datenergebnisse der Studie belegen, dass mit jedem Jahr, um das sich die Menopause verzögert, das Schlaganfallrisiko um 2 % sinkt.
Dieses Forschungsprojekt untersuchte 16.244 postmenopausale Frauen im Alter von 26–70 Jahren in den Niederlanden. Nachdem die Forscher diese Frauen etwa 15 Jahre lang begleitet hatten, stellten sie fest, dass Frauen, die vor dem 40. Lebensjahr in die Menopause kamen, im Vergleich zu Frauen im Alter von 50–54 Jahren ein 1,5-fach höheres Risiko für einen ischämischen Schlaganfall hatten.

Der Einfluss einer frühen Menopause auf das Schlaganfallrisiko beschränkt sich auf ischämische Schlaganfälle, die durch einen Verschluss der Blutgefäße verursacht werden, nicht auf hämorrhagische Schlaganfälle, die durch das Reißen geschwächter Blutgefäße entstehen. Die Studie ergab außerdem, dass der Zusammenhang zwischen dem Menopausenalter und dem Schlaganfall bei natürlich in die Menopause kommenden Frauen stärker ausgeprägt ist als bei Frauen, die nach einer Eierstockentfernung in die Menopause kamen.
Der Schlaganfall ist weltweit die zweithäufigste Todesursache, und Frauen haben ein um 4 % höheres Schlaganfallrisiko als Männer.
Wissenschaftler untersuchen, wie sich eine Hormonersatztherapie zur Verbesserung der kardiovaskulären Gesundheit in der frühen Menopause einsetzen lässt. Laut einer wissenschaftlichen Stellungnahme, die die American Heart Association im vergangenen Jahr in der Fachzeitschrift Circulation veröffentlichte, bieten bestimmte Hormonersatztherapien kardiovaskuläre Vorteile, senken das Risiko für Typ-2-Diabetes und beugen Knochenschwund vor.
Immer mehr Wissenschaftler untersuchen zudem die Auswirkungen von Östrogen auf die Gehirngesundheit von Frauen. Eine 2019 in der Fachzeitschrift Menopause veröffentlichte Studie ergab, dass eine möglichst frühe Östrogengabe in den ersten fünf Jahren der Menopause einem kognitiven Abbau vorbeugen könnte. Studien haben ferner gezeigt, dass Frauen während der reproduktiven Phase über einen langen Zeitraum natürlichem Östrogen ausgesetzt sein können, was ihnen zu besseren kognitiven Funktionen im späteren Leben verhilft.
Frauen, die die Menopause durchlaufen – ob mit oder ohne Hormonersatztherapie –, müssen das Schlaganfallrisiko und dessen Vorbeugung verstehen. El Khoudary, außerordentliche Professorin für Epidemiologie am Institute of Clinical and Translational Sciences der University of Pittsburgh, ist der Ansicht, dass Frauen während des Übergangs in die Menopause aktiv bleiben, auf eine gesunde Ernährung und ihr Gewicht achten, möglichst mit dem Rauchen aufhören und für ausreichend Schlaf sorgen müssen. „Je weiter Sie in diesem Stadium sind, desto mehr müssen Sie Ihr Risiko senken“, sagte sie.