Hintergrund:
Die Funktionsstörung der oberen Extremität ist eine der häufigen und wichtigen Funktionsstörungen bei Schlaganfallpatienten. Funktionsstörungen der oberen Extremität sind oft schwerer zu beheben als solche der unteren Extremität und können sich zudem negativ auf die Funktion der unteren Extremität auswirken. Daher wurde die Rehabilitation von Funktionsstörungen der oberen Extremität bei Schlaganfallpatienten stets als Schwerpunkt und Herausforderung der klinischen Rehabilitation betrachtet.
Die Spiegeltherapie (MT) ist eine Trainingsmethode zur Rehabilitation der Handfunktion. Der Arzt bittet den Patienten, die gesunde Hand außerhalb der Spiegelbox und die betroffene Hand innerhalb der Spiegelbox zu platzieren. Wenn sich die gesunde Hand bewegt, wird der Patient aufgefordert, das Spiegelbild im Spiegel zu beobachten, sodass beim Patienten die Illusion entsteht, dass sich die betroffene Hand bewegt. Ziel dieser Behandlungsmethode ist es, das Gehirn des Patienten durch visuelles Feedback zum Beobachten, Vorstellen und Nachahmen von Bewegungen anzuregen und so das Rehabilitationstraining umzusetzen. Die theoretische Grundlage der MT ist die Spiegelneuronen-Theorie. Diese Theorie besagt, dass beim Beobachten des Verhaltens anderer bestimmte Neuronen im Gehirn des Beobachters aktiviert werden, als würde der Beobachter dieselbe Handlung selbst ausführen. Dieses Phänomen legt nahe, dass das Gehirn über eine gewisse Plastizität verfügt und seine Struktur und Funktion durch visuelles Feedback verändern kann, um das Ziel der Rehabilitation zu erreichen. Gegenwärtig wird die MT in großem Umfang in der Rehabilitation von Funktionsstörungen der oberen Extremität bei Schlaganfallpatienten eingesetzt. Viele Studien haben gezeigt, dass die MT eine gute Wirkung bei der Verbesserung der motorischen Funktion der oberen Extremität und der Aktivitäten des täglichen Lebens bei Schlaganfallpatienten hat. Mit der Entwicklung von Wissenschaft und Technik, insbesondere dem Fortschritt der intelligenten Rehabilitationstechnologie, entstehen immer mehr MT-Verfahren auf Basis intelligenter Rehabilitationsgeräte, was zweifellos neue Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der MT eröffnet. Diese Studie verglich die Rehabilitationseffekte der innovativen MT und der traditionellen MT bei Funktionsstörungen der oberen Extremität bei Schlaganfallpatienten.

Abbildung 1 Innovative MT (Syrebo Hand-Rehabilitationsroboter SY-HR08E) und traditionelles MT-Handfunktionstraining im Diagramm
Zielsetzung
Bewertung des Rehabilitationseffekts der innovativen Spiegeltherapie (MT) auf die Funktion der oberen Extremität und die Fähigkeit zur Bewältigung von Alltagsaktivitäten bei Schlaganfallpatienten.
Methoden
Sechzig Patienten mit beeinträchtigter Handfunktion nach Schlaganfall wurden aufgenommen und gemäß der Zufallszahlentabellen-Methode in die Interventionsgruppe (n = 30) und die Kontrollgruppe (n = 30) eingeteilt. Die Patienten der Interventionsgruppe erhielten ein konventionelles Rehabilitationstraining kombiniert mit innovativer MT, und die der Kontrollgruppe erhielten ein konventionelles Rehabilitationstraining und konventionelle MT. Vor der Behandlung und 4 Wochen nach der Behandlung wurden die Fugl-Meyer-Bewertungsskala für die obere Extremität (FMA-UE), die Fugl-Meyer-Bewertungsskala für Handgelenk und Finger (FMA-WH) und der modifizierte Barthel-Index (MBI) erhoben, um die Rehabilitationseffekte zwischen den beiden Gruppen zu vergleichen.
Ergebnisse
Nach 4-wöchiger Behandlung waren die FMA-UE-, FMA-WH- und MBI-Werte der Patienten in beiden Gruppen höher als vor der Behandlung (alle P < 0,05). Die FMA-UE-, FMA-WH- und MBI-Werte in der Interventionsgruppe waren höher als die in der Kontrollgruppe (50,00 (25,75, 57,25) vs. 24,00 (9,75, 51,50), 12,00 (1,75, 14,75) vs. 0 (0, 12,50), 24,50 (13,00, 28,75) vs. 13,00 (4,75, 21,00), alle P < 0,05). Die Differenzen der FMA-UE-, FMA-WH- und MBI-Werte vor und nach der Behandlung waren in der Interventionsgruppe alle höher als in der Kontrollgruppe (alle P < 0,05).



Schlussfolgerung
Im Vergleich zur traditionellen MT erzielt die innovative MT (Syrebo Hand-Rehabilitationsroboter SY-HR08E) eine höhere Wirksamkeit bei der Verbesserung der Funktion der oberen Extremität und der Steigerung der Alltagskompetenz von Patienten mit beeinträchtigter Handfunktion nach Schlaganfall. Als neue Rehabilitationsbehandlungstechnologie hat die innovative MT einen hohen klinischen Anwendungswert für Handfunktionsstörungen, die durch neurologische Erkrankungen verursacht werden.
Quelle: CHEN Tao , LIU Shaxin , CHEN Xuelian , MAO Lei , LI Debo , GAN Linyu. Rehabilitation effect of innovative mirror therapy on upper limb impairment in stroke patients[J]. JOURNAL OF NEW MEDICINE, 2024, 55(6): 397-402 https://doi.org/10.3969/j.issn.0253-9802.2024.06.001