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Brunnstrom-Stadien der Schlaganfallgenesung: Übersicht | Syrebo

Nach einem Schlaganfall stellen Familien und Betroffene schnell fest, dass die motorische Genesung kein einzelner Schritt von „gelähmt“ zu „genesen“ ist — sie verläuft in einer vorhersehbaren Abfolge von Stadien. Die am weitesten verbreitete Darstellung dieser Abfolge sind die Brunnstrom-Stadien der Schlaganfallgenesung: sechs erkennbare Stadien, die beschreiben, wie sich Muskeltonus, Reflexe und willkürliche Bewegung verändern, während sich das Gehirn neu organisiert. Zu wissen, in welchem Stadium sich ein Betroffener befindet, hilft allen — Patient, Familie und Therapeut — die richtige Art von Übungen zu wählen und realistische Erwartungen zu setzen.

Dieser Leitfaden erklärt alle sechs Brunnstrom-Stadien in einfachen Worten, bietet eine Kurzübersicht zum Nachschlagen und zeigt, wie die Handrehabilitation auf jedes Stadium abgestimmt wird. Er ergänzt unseren Überblick über die 6 Stadien der Schlaganfallgenesung und das gezielte Training für jedes Stadium sowie unseren Zeitplan der Schlaganfallgenesung. Die Genesung ist höchst individuell: Die Stadien sind ein Rahmenwerk, kein Zeitplan, und nichts hier ersetzt die Anleitung Ihres medizinischen Teams.

Was sind die Brunnstrom-Stadien?

Das Rahmenwerk wurde in den 1960er-Jahren von Signe Brunnstrom, einer schwedischen Physiotherapeutin, auf Grundlage ihrer Beobachtungen entwickelt, wie die motorische Kontrolle nach einem Schlaganfall zurückkehrt. Ihre zentrale Erkenntnis war, dass die Genesung nicht zufällig verläuft: Nach der anfänglichen Lähmung treten Muskeltonus und abnorme Bewegungsmuster (sogenannte Synergien) in einer konsistenten Reihenfolge auf und weichen dann allmählich einer isolierten, willkürlichen Kontrolle. Kliniker nutzen den Brunnstrom-Ansatz nach wie vor sowohl zur Beurteilung, in welchem Genesungsstadium sich ein Betroffener befindet, als auch als Leitfaden dafür, welche Art von Therapie als Nächstes geeignet ist.

Sie werden den Prozess möglicherweise als „6 Stadien“, „7 Stadien“ oder gelegentlich als „3 Stadien“ der Schlaganfallgenesung beschrieben sehen. Das sind keine Widersprüche — sie beschreiben denselben Weg nur mit unterschiedlicher Auflösung. Brunnstroms klassisches Modell hat sechs Stadien. Manche Quellen fügen ein siebtes Stadium hinzu, um die vollständige Rückkehr zu normaler, koordinierter Bewegung darzustellen, weshalb auch „7 Stadien der Schlaganfallgenesung“ vorkommt. Vereinfachte „3-Stadien“-Versionen fassen sie in eine frühe (schlaffe), mittlere (spastische) und späte (Genesungs-)Phase zusammen. Dieser Artikel verwendet das gängige Sechs-Stadien-Modell. Die Genesung ist von Person zu Person unterschiedlich, und jeder Übungsplan sollte von einer Rehabilitationsfachkraft begleitet werden.

Übersicht der Brunnstrom-Stadien der Schlaganfallgenesung

Die folgende Übersicht fasst jedes Stadium anhand seines charakteristischen Merkmals zusammen — Muskeltonus und Synergiemuster —, was dies für die Bewegung bedeutet, und den Therapieschwerpunkt, der typischerweise dazu passt. Nutzen Sie sie als schnelles Nachschlagewerk; die folgenden Abschnitte erklären, wie die Handrehabilitation auf jedes Stadium angewendet wird.

Stadium Muskeltonus & Synergie Was es für die Bewegung bedeutet Typischer Therapieschwerpunkt
1 — Schlaffheit Kein Muskeltonus; die Gliedmaße ist schlaff. Keine willkürliche Bewegung, noch keine Reflexaktivität oder Synergien. Der betroffene Arm und die Hand können sich überhaupt nicht bewegen. Dieses Stadium tritt meist unmittelbar nach dem Schlaganfall auf. Passive Bewegung zum Erhalt des Gelenkbewegungsumfangs und zur Vorbeugung von Steifheit; Lagerung; sensorische Stimulation zur Signalgebung an das Gehirn.
2 — Spastik tritt auf Der Muskeltonus kehrt in Form von Spastik (Verspannung) zurück. Grundlegende Extremitätensynergien beginnen zu entstehen, oft als unwillkürliche „assoziierte Reaktionen“. Die ersten minimalen, unwillkürlichen Bewegungen treten auf, meist gebunden an feste Synergiemuster statt von der Person gesteuert. Fortgesetzte passive/assistierte Bewegung; sanftes Dehnen; erste Förderung jeglicher willkürlicher Anstrengung; Management früher Spastik.
3 — Spastik nimmt zu Die Spastik erreicht ihren Höhepunkt — die Muskelverspannung ist am stärksten ausgeprägt. Der Betroffene gewinnt etwas willkürliche Kontrolle, doch die Bewegung bleibt weiterhin auf die abnormen Synergiemuster beschränkt (z. B. beugt sich der gesamte Arm gemeinsam). Assistierte, wiederholte Bewegung innerhalb und leicht außerhalb der Synergien; Spastikmanagement; Spiegeltherapie und Elektrostimulation werden häufig eingeführt.
4 — Spastik nimmt ab Die Spastik beginnt nachzulassen. Einige Bewegungskombinationen, die aus den festen Synergiemustern ausbrechen, werden möglich — eine selektivere, isolierte Kontrolle beginnt sich zu zeigen. Aktiv-assistiertes und aktives Üben von Bewegungen außerhalb der Synergien; wachsender Schwerpunkt auf aufgabenorientiertem und wiederholtem Training.
5 — Komplexe Bewegungskombinationen Die Spastik nimmt weiter ab; Synergiemuster verlieren ihren Griff auf die Bewegung. Komplexere, unabhängige Bewegungen werden möglich, mit zunehmend isolierter Kontrolle einzelner Gelenke und Finger. Aufgabenorientiertes Training an realen Tätigkeiten; Kräftigung; Verfeinerung von Koordination und feinmotorischer Handkontrolle.
6 — Spastik verschwindet Die Spastik ist weitgehend verschwunden; der Muskeltonus nähert sich dem Normalzustand. Isolierte Gelenkbewegungen und koordinierte, nahezu normale Bewegung sind möglich; die feine Hand- und Fingerkontrolle kehrt zurück. Fortgeschrittenes Koordinations- und Geschicklichkeitstraining; Ausdauer; Rückkehr zu Alltagsaktivitäten, Arbeit und Hobbys.

Hinweis: Manche Modelle fügen ein Stadium 7 hinzu — die vollständige Rückkehr normaler motorischer Funktion —, weshalb Sie auch „7 Stadien der Schlaganfallgenesung“ sehen können. Nicht jeder Betroffene durchläuft alle sechs Stadien, und der Fortschritt kann stocken oder von Person zu Person variieren; die Abfolge ist ein Leitfaden, keine Garantie.

Wie erkennen Sie, in welchem Stadium Sie sich befinden?

Eine formale Brunnstrom-Beurteilung wird von einem Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten durchgeführt, der Muskeltonus, Reflexe und das Ausmaß an willkürlicher und isolierter Bewegung beobachtet. Als grobe Orientierung nur für zu Hause bemerken Familien manchmal folgende Anzeichen bei Hand und Arm:

  • Stadien 1–2: Die Hand ist schlaff oder zuckt nur unwillkürlich; die Person kann sie nicht auf Kommando öffnen oder schließen.
  • Stadien 3–4: Die Hand kann sich bewegen, fühlt sich aber verspannt an, und Bewegungen erfolgen in Ganzarm-Mustern; das Öffnen der Hand (Extension) ist besonders schwierig.
  • Stadien 5–6: Einzelne Finger beginnen, sich selbstständig zu bewegen, die Verspannung lässt nach, und das Greifen und Loslassen von Gegenständen wird kontrollierter.

Dies ist nur eine allgemeine Orientierung. Eine genaue Beurteilung — und ein sicherer Übungsplan — sollte von einer qualifizierten Fachkraft kommen, und der Fortschritt variiert von Person zu Person.

Handrehabilitation an jedes Brunnstrom-Stadium anpassen

Die Brunnstrom-Stadien sind in der Praxis deshalb wichtig, weil sich die richtige Übung mit fortschreitender Genesung ändert. Eine schlaffe Hand zu „fester zudrücken“ zu drängen, ist zwecklos; eine Hand im Stadium 5 nur bei passiven Dehnübungen zu belassen, verschenkt Genesungspotenzial. So wird die Handrehabilitation im Allgemeinen an jede Phase angepasst — stets unter Anleitung einer Rehabilitationsfachkraft.

Stadien 1–2 (Schlaff bis frühe Spastik): Zuerst passive Bewegung

Solange sich die Hand nicht selbstständig bewegen kann, bestehen die Ziele darin, die Gelenke beweglich zu halten, Steifheit und Schwellungen vorzubeugen und sensorischen Input an das Gehirn zurückzuspielen, um die Neuvernetzung zu unterstützen. Dies geschieht durch passive Bewegungsübungen — bei denen ein Therapeut oder Familienmitglied Finger, Handgelenk und Arm sanft bewegt — und, sofern verfügbar, Elektrostimulation, um ruhende Muskeln zu wecken.

Da diese Wiederholungen mehrmals täglich erfolgen müssen, setzen Rehabilitationsabteilungen zunehmend weiche robotische Handschuhe im Passivmodus ein, um eine konsistente Fingerbeugung und -streckung zu liefern, solange ein Betroffener noch keine aktive Bewegung hat. Geräte wie der Syrebo C10 Handrehabilitations-Handschuh sind genau für dieses früheste, schwierigste Stadium konzipiert und lassen sich gut mit klinisch eingesetzten Elektrostimulationsgeräten (TENS) kombinieren. Hier haben motorisierte robotische Handschuhe einen klaren Vorteil gegenüber federbelasteten Handschuhen, die etwas Eigenkraft der Hand voraussetzen.

Stadien 3–4 (Höchste Spastik bis abnehmende Spastik): Assistierte Bewegung & Spiegeltherapie

Sobald die willkürliche Bewegung zurückkehrt — jedoch noch in Synergiemustern verstrickt und durch Spastik eingeschränkt ist —, verlagert sich der Fokus auf assistiertes, häufig wiederholtes Training, das der Hand hilft, sich durch natürliche Greif- und Loslassbewegungen zu bewegen, sowie auf Techniken, die das Gehirn einbeziehen. Spiegeltherapie, bei der das Spiegelbild der gesunden Hand das Gehirn dazu „austrickst“, die betroffene Seite zu aktivieren, wird hier häufig eingeführt, und das Management der Spastik (durch Dehnen, Lagerung und bei Bedarf medizinische Behandlung) wird wichtig.

Robotische Handschuhe eignen sich gut für dieses Stadium, da sie eine schwache, verspannte Hand bei einer vollständigen, korrekten Bewegung unterstützen können, die sie allein nicht ausführen könnte — und viele verbinden beide Ansätze gleichzeitig. Ein Handschuh mit Spiegeltrainingsmodus, wie der leichtere Syrebo C11 weiche robotische Handschuh, lässt die gesunde Hand vorangehen, während die betroffene Hand folgt, und liefert zu Hause zwischen den Therapiesitzungen hunderte angeleitete Wiederholungen pro Tag.

Stadien 5–6 (Komplexe Bewegung bis nahezu normal): Aufgabenorientiertes Training

Sobald die Hand isoliertere, aus der Synergie gelöste Bewegungen ausführen kann, wird aufgabenorientiertes Training zur Priorität — das Üben realer Tätigkeiten wie das Greifen einer Tasse, das Zuknöpfen eines Hemdes oder das Handhaben kleiner Gegenstände —, um rohe Bewegung in Alltagsfunktion umzuwandeln. Kräftigung, Koordination und Geschicklichkeitstraining runden diese Phase ab.

Das größte Problem in der Reha des späteren Stadiums ist nicht die Fähigkeit, sondern die Motivation: das Trainingspensum Monat für Monat aufrechtzuerhalten. Geräte, die das Training ansprechend gestalten, helfen dabei; zum Beispiel verbindet der Syrebo E12E Handrehabilitationsroboter angeleitetes Handtraining mit interaktiven, spielbasierten Aufgaben. Für Kliniken, die Programme über alle sechs Stadien hinweg aufbauen, sind unsere Klinik-Rehabilitationssysteme und Heim-Rehabilitationsgeräte darauf ausgelegt, nahtlos von der Klinik ins Zuhause überzugehen, sodass die Trainingsdosis nie auf null fällt.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die Brunnstrom-Stadien der Schlaganfallgenesung?

Die Brunnstrom-Stadien sind ein Sechs-Stadien-Modell, das beschreibt, wie die motorische Kontrolle nach einem Schlaganfall zurückkehrt: (1) Schlaffheit — keine Bewegung; (2) Spastik tritt auf — minimale, unwillkürliche Bewegung in Synergiemustern; (3) Spastik nimmt zu — willkürliche Bewegung innerhalb der Synergien; (4) Spastik nimmt ab — einzelne Bewegungen brechen aus den Synergiemustern aus; (5) komplexe Bewegungskombinationen — isoliertere, unabhängige Kontrolle; und (6) Spastik verschwindet — nahezu normale, koordinierte Bewegung. Sie wurden von der Physiotherapeutin Signe Brunnstrom entwickelt, um die natürliche Abfolge der Genesung zu beschreiben.

Sind es 6 oder 7 Stadien der Schlaganfallgenesung?

Brunnstroms klassisches Modell hat sechs Stadien. Manche Quellen fügen ein siebtes Stadium hinzu, um die vollständige Rückkehr normaler, koordinierter motorischer Funktion darzustellen, weshalb auch „7 Stadien der Schlaganfallgenesung“ verwendet wird. Vereinfachte Versionen fassen den Prozess manchmal in drei breite Phasen zusammen (schlaff, spastisch und Genesung). Sie alle beschreiben denselben Weg nur mit unterschiedlichem Detailgrad.

Was ist der Unterschied zwischen dem schlaffen und dem spastischen Stadium?

Im schlaffen Stadium (Stadium 1) haben die betroffenen Muskeln keinen Tonus — die Gliedmaße ist schlaff und kann sich nicht bewegen. Mit beginnender Genesung kehrt der Muskeltonus als Spastik (Verspannung) zurück, die in den Stadien 2–3 zunimmt und dann in den Stadien 4–6 allmählich abnimmt. Kurz gesagt: Schlaffheit ist zu wenig Muskelaktivität, während Spastik übermäßige, schlecht kontrollierte Muskelverspannung ist — und der Übergang von einem zum anderen ist ein normales, zu erwartendes Zeichen der Genesung.

Kann man Brunnstrom-Stadien überspringen oder sich rückwärts bewegen?

Die Stadien schreiten in der Regel der Reihe nach fort, doch nicht jeder Betroffene durchläuft alle sechs, und das Tempo variiert enorm von Person zu Person. Manche Menschen erholen sich schnell und erreichen die späteren Stadien; andere stagnieren in einem früheren Stadium. Die Genesung kann auch stagnieren und dann mit erneuertem, strukturiertem Training wieder einsetzen. Die Abfolge ist ein hilfreiches Rahmenwerk, kein fester Zeitplan, daher sollte der individuelle Verlauf stets von Ihrem klinischen Team beurteilt werden.

Wie ändert sich die Handtherapie in jedem Brunnstrom-Stadium?

Die Therapie wird auf das jeweilige Stadium abgestimmt. In den schlaffen und frühspastischen Stadien (1–2) liegt der Fokus auf passiver Bewegung, Lagerung und Elektrostimulation, um die Gelenke beweglich zu halten und das Gehirn zu stimulieren. In den mittleren Stadien (3–4) übernehmen assistierte wiederholte Bewegung, Spiegeltherapie und Spastikmanagement. In den späteren Stadien (5–6) baut aufgabenorientiertes Training an realen Tätigkeiten Koordination und Funktion auf. Robotische Rehabilitations-Handschuhe können mehrere Stadien unterstützen — Passivmodus für schwache Hände, spiegelassistierte Modi bei zurückkehrender Bewegung und spielbasierte Aufgaben für späteres Training.

Quellen

  1. Brunnstrom S. Motor testing procedures in hemiplegia: based on sequential recovery stages. Physical Therapy. 1966;46(4):357–375.
  2. Sawner K, LaVigne J. Brunnstrom's Movement Therapy in Hemiplegia: A Neurophysiological Approach. 2nd ed. Philadelphia: J.B. Lippincott; 1992.
  3. Langhorne P, Bernhardt J, Kwakkel G. Stroke rehabilitation. The Lancet. 2011;377(9778):1693–1702.
  4. Winstein CJ, Stein J, Arena R, et al. Guidelines for Adult Stroke Rehabilitation and Recovery: A Guideline for Healthcare Professionals From the American Heart Association/American Stroke Association. Stroke. 2016;47(6):e98–e169.
  5. Thieme H, Morkisch N, Mehrholz J, et al. Mirror therapy for improving motor function after stroke. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2018;(7):CD008449.

Nicht sicher, welches Brunnstrom-Stadium — oder welches Gerät — zu der Genesung passt, die Sie begleiten? Erzählen Sie uns von der Hand und dem aktuellen Stadium, und unser Rehabilitationsteam hilft Ihnen, den richtigen Ansatz zu wählen. Fachliche Beratung erhalten.

Dieser Artikel dient ausschließlich Bildungszwecken und ersetzt keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Jeder Schlaganfall und jede Genesung ist anders — folgen Sie stets der Anleitung Ihres Arztes und Ihres Rehabilitationsteams.